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EINLADUNG
zur Veranstaltung
"30 Jahre Elternkreis EldroST"
siehe Rubrik Veranstaltungen


Das Theaterstück: "Vom Einstieg in die Drogensucht"
im Kupferdächle in Pforzheim fand am Dienstag, 26. Oktober 2004 statt. Lesen Sie hierzu eine
Pressmitteilung der Pforzheimer Zeitung (als Popup Fenster) oder klicken Sie hier für die Anzeige im Explorer Fenster.


Fast alle Jugendlichen sind drogengefährdet
Vortrag von Dr. med. Beyerlein-Buchner: Die Versuchung der Drogen


Ist Kiffen wirklich schädlicher als das Trinken von Alkohol?

KARLSRUHE. Die Entscheidung, die das Bundesverfassungsgericht (BVG) vor zehn Jahren fällte, war höchst umstritten. Haschischraucher, die nur mit ein paar Gramm in der Tasche erwischt wurden, sollte nicht gleich bestraft werden, hieß es 1994. Doch bis heute vermochten die Länder es nicht, sich auf eine einheitliche Umsetzung der BVG-Vorgaben zu verständigen. Derzeit reicht die Grenze für den ungestraften Cannabis-Besitzes von sechs bis 30 Gramm.
Nun muss sich das BVG wieder mit dem Problem befassen: Ein Jugendrichter legte ihm die Frage vor, ob die Bestrafung von Haschischrauchern angesichts neuer Erkenntnisse nicht überzogen und verfassungswidrig ist. Der Jugendrichter Andreas Müller vom Amtsgericht Bernau (Brandenburg) setzte im März 2002 ein Strafverfahren gegen einen Heranwachsenden aus, der laut Anklage wegen des Besitzes von 3,6 Gramm Haschisch eine Geldstrafe von rund 850 Euro zahlen sollte.
Einstellen wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren nicht, da die 3,6 Gramm „weit oberhalb“ der in Brandenburg straffreien Grenze von drei Konsumeinheiten lagen. Richter Müller forderte deshalb von drei führenden Suchtexperten Europas Gutachten zur Gefährlichkeit von Cannabis an und vom Bundesgesundheitsministerium eine entsprechende „behördliche Auskunft“. Wegen der brisanten Antworten legte er den Fall dann dem BVG zur Entscheidung vor.

Im Jahr rund 40 000 Tote durch Alkohol!

„Auf den Punkt gebracht geht die Wissenschaft heute davon aus, dass Cannabis- Konsum weit weniger riskant ist als früher gedacht“, sagt Gutachter und Gesundheitswissenschaftler Dieter Kleiber von der FU Berlin. Laut Kleiber gab und gibt es trotz der mehr als drei Millionen Cannabis-Konsumenten bislang nicht einen Haschisch-Toten - im Gegensatz zu 40 000 Alkoholtoten im Jahr.
Cannabis mache bis auf ein bis zwei Prozent der Konsumenten auch nicht abhängig und sei im Gegensatz zu Tabak und Alkohol „ganz sicherlich auch keine Einstiegsdroge“, sagt Kleiber.
Selbst das Bundesgesundheitsministerium kommt laut Richter Müller in einer seit 1997 vorliegenden, aber bislang unveröffentlichten Studie zum Ergebnis, dass die Auswirkungen des Cannabis-Konsums weit weniger riskant sind, als sie das BVG 1994 auf Grund der damals eingeholten Stellungnahme des Ministeriums annahm. Alkohol ist wesentlich gefährlicher als Cannabis, sagt das Ministerium heute. Doch diese Einsicht wird sicher nicht überall in der Politik geteilt.
Möglich ist aber, dass das Bundesverfassungsgericht der Ansicht des Bernauer Jugendrichters folgt und die Strafvorschrift zum Haschisch- oder Marijuana-Konsum dennoch für verfassungswidrig erklärt, weil sie gegen das Übermaßverbot des Grundgesetzes verstößt. Ein Verhandlungstermin zu dem brisanten Thema steht noch aus. Bekannt ist allerdings, dass der Fall unter dem Aktenzeichen 2 BvL 8 / 02 in den Händen des BVG-Vizepräsidenten Winfried Hassemer liegt.

Quelle: http://www.grow.de/News/news020401.htm#040401


DROGEN / Kontrollierte Abgabe von Heroin -
Endlich nicht mehr kriminell

Modellprojekt in Karlsruhe erfolgreich
Die koordinierte Abgabe von Heroin in Karlsruhe scheint sich  nach einem Jahr bewährt zu haben. Die Teilnehmer fassen neuen Mut. Einige wollen wieder arbeiten.
EPD


KARLSRUHE
Die Zufriedenheit ist Rainer Blobel anzusehen. Vor gut einem Jahr ist das Projekt der kontrollierten Heroin-Abgabe in Karlsruhe angelaufen. Als Drogenkoordinator der Stadt wurde Blobel damals mit vielen Befürchtungen konfrontiert, vor allem aus den Reihen der CDU. Keine davon hat sich bewahrheitet. "Es gibt keine Anwohnerklagen; im Umfeld der Heroin-Ambulanz ist es völlig ruhig", berichtet Blobel von den regelmäßigen Treffen mit der Polizei. Auch die Sorge, der Modellversuch könne mehr Drogenabhängige in die Stadt ziehen, erwies sich als unbegründet.
An dem auf drei Jahre angesetzten wissenschaftlichen Projekt beteiligen sich außer Karlsruhe noch Hamburg, Hannover, Köln, München, Bonn und Frankfurt am Main an den Start. Die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung trägt der Bund, für die Abwicklung vor Ort kommen Städte und Bundesländer auf - mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bayern.
Die Studie untersucht, ob die kontrollierte und von Ärzten betreute Abgabe von Heroin bei besonders schweren Fällen ein alternativer Behandlungsweg sein kann. Das ist in der Schweiz und den Niederlanden bereits anerkannt. Erreicht ist bereits ein erstes Ziel: die Süchtigen aus der Beschaffungskriminalität herauszuholen.
Nicht alle der 48 Karlsruher Teilnehmer bekommen Heroin. Die Hälfte der
Patienten wird mit der Ersatzdroge Methadon versorgt. Nur so sei ein Vergleich möglich, erläutert Blobel. Im Frühjahr 2004 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Zugelassen wurden für das Projekt "nur die ganz harten Fälle", erklärt der Karlsruher Drogenbeauftragte. Mindestens fünf Jahre lang mussten die Probanden vor dem Projekt bereits abhängig gewesen sein. "Im Schnitt blicken sie auf 15 Jahre Sucht zurück."
Für die Betroffenen ist die Teilnahme an der Studie alles andere als ein Zuckerschlecken. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen, tägliche Besuche in der Ambulanz, Einzelgespräche mit Sozialarbeitern, Drogenberatung und Psychotherapiegruppe. "Am Anfang war es nicht einfach, aber für mich ist das Projekt eine große Erleichterung", sagt ein Mann aus der Heroingruppe.
Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist seit mehr als zehn Jahren abhängig.
Klinikaufenthalte, Entgiftungen und erfolglose Methadon-Programme
liegen hinter ihm. "Ich hatte keine Kraft mehr, gegen meine Sucht
anzukämpfen", erzählt er. Jetzt fühlt sich der junge Mann langsam stärker und
versucht, die Heroin-Dosis zu reduzieren. 
Zeit für "normale" Dinge
Wichtiger sei aber, dass für ihn der Stellenwert der Droge gesunken ist und er sich aus dem kriminellen Umfeld befreien konnte. "Früher warst du nur damit beschäftigt, wie, wann und wo hole ich mir neuen Stoff." Heute findet er Zeit für "normale" Dinge. So geht es auch anderen. "Einige Patienten haben wieder Lust auf Arbeit bekommen", berichtet Blobel.
Manche erledigen nun Gartenarbeiten bei der Arbeiterwohlfahrt, dem
Träger des Projekts. "Dabei haben einige seit Jahren keinen Finger mehr
gerührt", sagt Blobel.
ubdate: 06.06.03
Source: Suedwest Presse
Contact: http://www.suedwestpresse.de/ulm_ul/net-service/index.htm
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Website: http://www.suedwestpresse.de
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